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Weltfriedenstag

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1. September- Weltfriedenstag

Weltfriedenstage oder auch Antikriegstage gibt es mehrere:

Am 1. Januar feiert die römisch - katholische Kirche ihren Weltfriedenstag (welchen Frieden meint sie damit?).

Die Vereinten Nationen rufen am 21. September den Internationalen Tag des Friedens aus.

In Deutschland wird der 1. September als Weltfriedenstag/Antikriegstag begangen.

Nach dem 1. Weltkrieg riefen die beiden damaligen bedeutendsten pazifistischen Friedensorganisationen, die von Bertha von Suttner mitbegründete Deutsche Friedensgesellschaft (DFG) und der Bund Neues Vaterland (BNV), unter der Parole "Nie wieder Krieg" eine Kampagne ins Leben, deren Ziel es war, die Erinnerungen an die Kriegsgräuel durch alljährliche Massenkundgebungen am 1. August (Beginn des 1. Weltkrieges) wachzuhalten und die Menschen für die Durchsetzung einer dauerhaften Friedenspolitik zu aktivieren. Gute Idee. Wie wir wissen und täglich wieder erfahren: Das Volk kann demonstrieren und fordern, was es will: Die Politik wird woanders gemacht!

Die Idee für einen Antikriegstag war bereits 1845 in England aufgekommen.

Nach dem Sieg über den deutschen Faschismus wurde bereits am 1. September 1946 - natürlich in der SBZ- ein "Weltfriedenstag der Jugend" begangen. Seit den 1950er Jahren wurde in der DDR der 1. September Weltfriedenstag. Jedes Jahr erinnerte dieser Tag an den Beginn des 2. Weltkrieges mit dem Überfall Hitlerdeutschlands auf Polen. Der Beginn des neuen Schuljahres wurde auf diesen Gedenktag gelegt, um zu manifestieren, dass Frieden und Bildung untrennbar zusammenhängen. Das neue Schuljahr eröffneten wir mit einem festlichen Fahnenappell, auf dem unser Friedenswille erneuert wurde. In Versammlungen und Kundgebungen wurde durch die Werktätigen und eindrucksvoll durch die Genossen der Kampfgruppen das Eintreten für den Weltfrieden bekundet.

Jedes FDGB-Mitglied spendete monatlich 50 Pfennig in Form von "Soli-Marken". Das Geld verwendete unsere Regierung zur Unterstützung der Länder, die um ihre Unabhängigkeit und einen sozialistischen Weg kämpften. Auch vor Ort wurde geholfen. Freundschaftsbrigaden waren weltweit im Einsatz. Unsere Kinder lernten bereits im Kindergarten das Lied "Kleine weiße Friedenstaube"... "Solidarität ist die Zärtlichkeit der Völker" (Che Guevara). Schöner kann man es nicht ausdrücken!

Warum "Weltfriedenstag" und nicht "Antikriegstag"?

Nach unserer Ideologie, der kommunistischen, bedeutet Frieden mehr als Abwesenheit von Krieg. Weltfrieden heißt für uns friedlicher Aufbau eines jeden Landes durch Selbstbestimmung, solidarische Hilfe, keine Bevormundung oder gar Übervorteilung oder Ausbeutung, wie es von den imperialistischen Staaten seit Jahrzehnten praktiziert wird.

Wie entwickelte sich der Weltfriedenstag in der BRD? Hier wurde alljährlich der "Antikriegstag" begangen. Er erinnert an den Beginn des 2. Weltkrieges. Die westdeutsche Initiative für diesen Gedenktag ging vom Deutschen Gewerkschaftsbund aus, der erstmals am 1. September 1957 unter dem Motto "Nie wieder Krieg" zu Aktionen aufrief. Die "Antimilitaristische Aktion 1957" war ein Zusammenschluss verschiedener Jugendorganisationen, in der sie gegen die Wehrpflicht und die Wiederaufrüstung in Westdeutschland kämpften. Das Militärbudget betrug 1960 7,45 Mrd. DM (etwa 3,82 Mrd. Euro); im Jahr 2020 bereits 45,65 Mrd. Euro!

Seit 1966 ruft der DGB jedes Jahr auf, ...alles Erdenkliche zu unternehmen, damit des 1. Septembers in würdiger Form als einen Tag des Bekenntnisses für den Frieden und gegen den Krieg gedacht wird..." (DGB Bundeskongress, 1966).

Und das tut er auch...

Was nützen Aufrufe, wie "Das Geschäft mit dem Tod ist zu beenden! Jegliche Rüstungstransporte über den Hamburger Hafen sind zu stoppen!" oder Kranzniederlegungen sowie kämpferische Reden.

 

"An ihren Taten sollt ihr sie erkennen", (1. Johannes, 2,1-6), heißt es bereits in der Bibel- ja auch ein Kommunist darf sich in der Bibel auskennen - cui bono. Da gebe es für den DGB vielfältige Betätigungsfelder in seiner Aufgabe als Interessenvertreter der "Arbeitnehmer". Da haben die Oberen Zehntausend den Begriff "Friedenspflicht" eigenwillig interpretiert. Als Erstes wäre es an der Zeit, ihre Einzelgewerkschaften - hier GDL- in ihrem gerechten Kampf um ausreichenden Lohn zu unterstützen, ja mehr noch: endlich auch politische Forderungen zu formulieren! Ein Blick in die Geschichte der Entstehung der Gewerkschaften wäre hilfreich.

Lasst uns am 1. September massiv und geeint für die Beendigung aller Kriegseinsätze der NATO und ihrer Verbündeten in der Welt demonstrieren - Streik ist die unmissverständliche Sprache, die die Wirtschaft versteht!

Proletarier aller Länder vereinigt euch!

Rot Front!

C.M.

Quelle: Verdi: 1. September als Antikriegstag (2019); Neues Deutschland, 25. August 1946; DGB Bundesvorstand: Die Geschichte des Antikriegstages)

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